Aktion »Schwarzer Brei« aus Musmehl

 
Fördervereinsmitglieder unterstützen die

Zubereitung von »Schwarzer Brei« aus Musmehl auf dem Sparherd von 1800 im Haus aus Beuren beim »Markt der Arche des Geschmacks« im Freilichtmuseum Beuren am 24. September 2017.

Kennen Sie Musmehl? Aus Musmehl, dem Schrot aus gerösteten Weizen- und Dinkelkörnern, wurde auf der Schwäbischen Alb noch Anfang des 20. Jahrhunderts der »Schwarze Brei« gekocht. Meist wurde er als Morgenmahlzeit gegessen. Oft kam der »Schwarze Brei« früher direkt in der Pfanne auf den Tisch. Wer es sich leisten konnte, gab heißes Schweineschmalz oder zerlassene Butter über den Brei. Aber auch Kompott oder rohes Sauerkraut wurde dazu gegessen.

Das Musmehl von der Schwäbischen Alb wurde im August 2005 von Slow Food in die »Arche des Geschmacks« aufgenommen. Ziel dieses internationalen Projektes ist es, u. a. lokale und regionale Lebensmittel, die mangels Angeboten auszusterben drohen, vor dem Vergessen zu bewahren. (Text: Faltblatt zum Musmehl des Freilichtmuseums Beuren).

Das Thema alte Sorten und Lebensmittel wird das Freilichtmuseum Beuren ab Herbst 2019 im Erlebnis- und Genusszentrum alte und regionale Sorten im wiederaufgebauten Gartensaal aus Geislingen in einer ständigen Ausstellung präsentieren. In unserem Tante-Helene-Lädle gehört das Musmehl zum Sortiment.

Am »Markt der Arche des Geschmacks« unterstützten Mitglieder des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren dabei die Arbeit der Museumspädagogin Isolde Halm. Die Aufgabe von Herbert Pfaff war dabei, größere Menge Zwiebeln zu schneiden und anzudünsten.

Hubert Renz war verantwortlich, dass immer genügend heißes Wasser vorrätig war, dass die Besucher ihr benütztes Geschirr spülten und dass das Feuer im Herd immer gleichmäßg brannte. Gelegentlich stand er auch am Herd und rührte kräftig in der Pfanne.

Der »Schwarze Brei« wurde entsprechend der Überlieferung nur mit Musmehl und Wasser gekocht, in einer zweiten Variante wurde noch Milch hinzugegeben. Als Beilage gab es die schmackhaft gerösteten Zwiebeln und in der süßen Version etwas Honig. Die Museumspädagogin Isolde Halm erzählte den zahlreichen Besuchern die Geschichte und Bedeutung dieser Mahlzeit. Die Reaktionen des Publikums nach der Verkostung waren sehr unterschiedlich, von "sehr gut" bis "interessant" war zu hören. Viele Kenner des Musmehls erzählten auch, für welche weitere  Zwecke sie das Musmehl noch verwenden.

Den sonnigsten Platz an dem Tag hatte Leonore Weiß, an ihrem schön dekorierten Stand vor dem Wohn-Stall-Haus aus Beuren verkaufte sie die Päckchen mit Musmehl. Sie war so erfolgreich, dass bereits vor Ende der Veranstaltung der ganze Bestand an Musmehl, insgesamt 81 Päckchen, verkauft waren.

 

Text und Fotos: Hubert Renz, Förderverein


 

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  Übersicht: Aktuelle Informationen

Ein besonderer Anziehungspunkt im Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren ist sein nostalgischer Kolonialwarenladen, und der begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Schon seit 1997 betreiben ihn Mitglieder des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren e. V. mit viel ehrenamtlichem Engagement.

Zum runden Jubiläum ließ es sich Gerhard Einsele, der Neffe der einstigen Besitzerin des Ladens nicht nehmen, ein Erinnerungsfoto von den heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu machen. Seine Tante Helene Schach führte den Laden in Nürtingen noch bis 1992.

 

Heute zählt das ehrenamtliche Team des Tante-Helene-Lädles mehr als 50 Mitglieder des Fördervereins. Auf elf Quadratmetern Verkaufsfläche werden während der Museumssaison inzwischen über 700 Artikel in dem Kolonialwarenladen von 1929 angeboten. Wo sonst kann man noch Bonbons lose kaufen und wo werden Brausestäbchen noch einzeln verpackt? Über die Ladentheke gehen auch Erbswurst, Musmehl, Alblinsen oder auch Springerlesmodel, Kammputzer, Bürsten aller Art und viele regionale Produkte. Das Tante-Helene-Lädle befindet sich im Eingangsgebäude des Museums und hat sechs Tage die Woche geöffnet. Der Einkauf im Lädle ist auch unabhängig von einem Museumsbesuch möglich.

Öffnungszeiten des Tante-Helene-Lädles 1. April bis 5. November 2017, Dienstag bis Samstag 12:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 Uhr bis 17:30 Uhr. 

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