Auf Studienfahrt zum Ballenberg und nach Luzern

 

Im Jubiläumsjahr des Fördervereins führte die Studienfahrt am 29./30. Juni 2019 ins Berner Oberland. Ziel war – zum zweiten Mal nach 2005 - der Ballenberg, das große und übrigens einzige Freilichtmuseum der Schweiz. Die Gründung des Museums erfolgte im Jahr 1978 und interessanter Weise diente es auch als Inspirationsquelle beim Aufbau des Freilichtmuseums in Beuren. Das riesige Gelände beherbergt heute mehr als 100 Gebäude aus allen Landesteilen der Schweiz, auf einer Fläche von 66 Hektar.

Der Tag war noch jung, als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Freilichtmuseum in Beuren aus gestartet sind, um die fast sechsstündige Reise in die Zentralschweiz anzutreten. Empfangen wurde die 42-köpfige Gruppe von der wissenschaftlichen Leiterin und stellvertretenden Betriebsdirektorin Beatrice Tobler. Sie gab gleich zu Beginn einen Überblick über die Geschichte, die Organisation und vor allem das umfangreiche Angebot des Freilichtmuseums. Neben den rund 45 festangestellten Museumsmitarbeitern gibt es noch über 120 Saisonkräfte, die das Museum mit Mitmachaktionen und Einblicken in historische handwerkliche Tätigkeiten sowie Führungen bereichern. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im „Alten Bären“ wurden die Mitreisenden in drei Gruppen durchs Gelände – besser einen Teil des Geländes geführt. Erste Station war der große lichterloh brennende Kalkofen (für den das Knowhow übrigens aus Beuren stammt). Anschließend ging es durch das „östliche Mittelland“, das in diesem Jahr als Kulisse für die Aufführungen einer dem Museum angegliederten Theatergruppe dient. Im alten Bauernhaus berichtete eine Bauersfrau über die Herstellung der Aussteuer und die Möglichkeiten der „Partnervermittlung“ in früheren Jahrhunderten.

Danach führte der Weg vorbei an einer Sonderausstellung über den Esel als Lasttier zum traurigen Thema des Sterbebetts, das sehr real inszeniert über das Ritual informierte. Nicht weniger eindrücklich war die Geschichte von Hannes, einem alleinstehenden Mann, der noch bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts in einem einfachen Bauernhaus in der Zentralschweiz im Stil der letzten Jahrhunderte gelebt hat. Sehr eindrücklich war auch die Renovierung eines Wohnhauses aus dem Jahr 1570, das im Jahr 2007 modernisiert und mit neuester Technik und Einrichtung ausgestattet wurde: Eine gelungene Symbiose von historischem Flair und moderner Wohnkultur. Wer noch wollte, konnte während der restlichen Zeit noch ins „Tessin“ oder ins „Wallis“ gehen und weitere Eindrücke sammeln. Einige nutzten aber auch die Möglichkeit, um in einem der Gasthöfe einzukehren.

Nach diesem eindrucksvollen Tag übernachtete die Reisegruppe in der benachbarten Stadt Brienz direkt in einem Hotel am schönen Brienzer See. Viele nutzten abends die Möglichkeit, direkt am Seeufer zu flanieren und die frische Seeluft zu genießen. Frisch gestärkt ging es am nächsten Morgen mit dem Bus nach Luzern, die wunderschöne Hauptstadt der Zentralschweiz. Die Lage der Stadt am Vierwaldstätter See und die zahlreichen schönen Gebäude rund um das Seeufer sowie die weltberühmte Kapellbrücke wurden bei den beiden Stadtführungen eindrücklich erlebbar gemacht. Bei den heißen Temperaturen war es vielen wichtig, die Zeit bis zur Heimfahrt an einem schattigen Platz zu verbringen.

Dank einer staufreien Rückfahrt im klimatisierten Reisebus endete der fünfundzwanzigste Ausflug des Fördervereins früher als geplant wiederum am Freilichtmuseum in Beuren. Die mitgereiste Museumsleiterin Frau Cornelius nutzte die Gelegenheit, um auf das Jubiläum des Museumsfestes am 14. Juli hinzuweisen und dankte zugleich dem Vorstandsmitglied Jürgen Henzler für die Organisation, der erstmals den Ausflug organisiert hatte. Jürgen Detloff hatte diese Aufgabe in den sechzehn vorangegangenen Jahren innegehabt.

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Text und Fotos: Jürgen Henzler, Förderverein

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