Ein Spaziergang durch Bad Urachs Geschichte


19 Mitglieder des Fördervereins hatten sich am 29. April 2016 bei herrlichem Frühlingswetter zu einem Spaziergang durch die ehemalige Residenzstadt Urach eingefunden. Zu Beginn gab Reiner Enkelmann, Vorstandsmitglied im Förderverein Freilichtmuseum Beuren und Buchautor, vor der malerischen Kulisse des Großen Marktplatzes einen kurzen Abriss der Geschichte von Urach, welche in diesem Jahr ihr 700-jähriges Stadtjubiläum feiert. Besonderer Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Zeit der Teilung Württembergs zwischen 1442 und 1484 als Urach für 40 Jahre Regierungssitz des südwestlichen Landesteiles gewesen war. Während dieser Residenzzeit entstanden zahlreiche repräsentative Gebäude, die heute noch Urachs Stadtbild prägen. Sie waren das Ziel des sich anschließenden Stadtrundgangs.

 

 

Reiner Enkelmann führte die Gruppe zum Kleinen Marktplatz mit malerischem Rathaus und spätgotischem Marktbrunnen. Von dort ging es durch die schmale Kirchstraße – ursprünglich die Verbindung zwischen bürgerlicher »Neustadt« und dem gräflichen »Burgbezirk« – direkt zum Stadtschloss, in dem Graf Eberhard V. 23 Jahre residierte. Ein Schwerpunkt der Führung war die St. Amanduskirche, die Eberhard V. als Residenzkirche in der Dimension der Stuttgarter Stiftskirche erbauen ließ. Hier wurden vor allem der herrlich gestaltete Chor, das Altargesprenge, die Kanzel, die Taufkapelle mit Taufstein, der Gebetsstuhl von Eberhard V. und die beiden Standbilder von Herzog Eberhard und Herzog Christoph angesprochen. Beide wurden in Urach geboren.

Bei der Besichtigung des ehemaligen Stifts wurde die wechselvolle Geschichte dieses direkt an die St. Amanduskirche angebauten Gebäudekomplexes lebendig. Ursprünglich als Wohn- und Wirkungsstätte für die »Brüder vom gemeinsamen Leben« errichtet, wurde darin nach der Reformation eine Druckerei für christliche Bücher in slowenischer und kroatischer Sprache für missionarische Zwecke im östlichen Europa eingerichtet. Dann war es lange Zeit Sitz der »Uracher Leinwandhandelskompanie«, dann von 1818 bis 1977 Evangelisch-theologisches Seminar. Und seit 1980 ist es Einkehrhaus der Württembergischen Landeskirche.

Nächstes Ziel war die ehemalige Klostermühle, heute Stadtmuseum. Aufgrund seines Wasserreichtums gab es in Urach Ende des 16. Jahrhunderts mindestens 16 verschiedene Mühlen.

Letzte Besichtigungs-Station war das Haus am Gorisbrunnen, das Eberhard V. 1476 – 1479 erbauen ließ. Seine ursprüngliche Funktion ist bis heute nicht geklärt. Auffallend ist seine interessante Architektur mit den beiden Zwerchhäusern und deren Fachwerkstruktur. Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein im Café am Markt waren sich alle Teilnehmer/innen einig: Urach ist immer einen Besuch wert.

  Übersicht: Mitglieder aktiv dabei

© Förderverein Freilichtmuseum Beuren e. V.  | Kontakt & Impressum | DatenschutzArchiv