Unsere Gartenschätze im Südwesten

 

Geschichten um alte Obst- und Gemüsesorten

heißt das soeben erschienene Buch von Felicitas Wehnert mit Fotos von Manfred Schäffler, in dem Museumsfreunde viele Ecken und Besonderheiten des Freilichtmuseums Beuren entdecken werden: Ein Blick von oben auf die historischen Häuser während der Obstbaumblüte, der Streuobstgürtel in den das Museum eingebettet ist, die verzinken Schneider-Kannen auf dem Staketenzaun und vor allem die vielen traditionellen Obst- und Gemüsesorten auf dem Gelände: der Erdbeerspinat und das Wunder von Stuttgart, die Stuttgarter Riesen und die kuriose Etagenzwiebel, die mächtige Kirchensaller Mostbirne bei den Bienenständen  oder den Dickkopf-Landweizen auf den Feldern; die Kartoffel- und die Bohnenernte und vieles andere Bekannte und Unbekannte mehr. Kein Wunder –  Manfred Schäffler hat vom Frühjahr bis in den Herbst hinein das Wachstum der traditionellen regionalen Sorten mit der Kamera eingefangen. Ein Großteil der Fotos in dem reich bebilderten Band entstand in den Gärten, Feldern und Obstbaumwiesen des Museumsgeländes. Eines der zehn Buchkapitel ist ganz den Museumsgärten in Beuren gewidmet, ein weiteres erzählt die Dickkopf-Landweizen-Story. Weitere Kapitel stellen Sortenretter und ihre Gärten vor, erzählen die (Kultur-) Geschichten um die alten Sorten: etwa die der lilagesprenkelten Langenauer Stangenbohne, hinter der eine Auswanderergeschichte steckt, oder umgekehrt die der Tomaten, die mit den italienischen Arbeitsmigranten eingewandert sind. Hinter jeder Sorte steckt ein ganz eigener Geschmack und eine spezielle Geschichte. Einige davon haben Felicitas Wehnert und Manfred Schäffler, beide Mitglieder des Fördervereins, ausgegraben und präsentieren sie in dem neuen Buch.

 

Felicitas Wehnert bei ihrer Buchpräsentation im sehr gut besuchten Hopfensaal im Freilichtmuseum Beuren.

„Unsere Gartenschätze im Südwesten“ ist im Belser Verlag erschienen und kostet 19.99 €.

Gebundene Ausgabe, 128 Seiten, 23,5 x 24,6 cm, das Buch ist im Museumsshop oder im Buchhandel erhältlich.     


Text: Steffi Cornelius, Freilichtmuseum
Ftoto: Hubert Renz, Förderverein

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Saisonabschluss in der Beurener Kelter

Beim diesjährigen Dankeschönabend am 21. November 2016 in der Beurener Kelter brachte Landrat Heinz Einiger  seine Wertschätzung fürs Ehrenamt zum Ausdruck. Der festlich geschmückte Saal der Kelter war dicht bestuhlt, um all den zahlreich gekommenen Ehrenamtlichen einen Platz zu bieten. In seiner Begrüßung sparte der Landrat nicht mit Lob und Dank für das umfangreiche ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Fördervereins in den einzelnen Teams. Der Förderverein ist gut aufgestellt mit aktiven  Mitgliedern, die im Textildepot, im Backteam, im Handarbeitskreis, im Kuvertier-oder  Infoteam organisiert sind.

Wiederum haben deutlich über 70.000 Besucher den Weg nach Beuren ins Museum gefunden und einmal mehr hat in dankenswerter Weise die Kreissparkasse Esslingen Nürtingen dadurch dem Förderverein finanzielle Möglichkeiten eröffnet, um das Museum zu unterstützen. Der Landrat wertete dies als Bekenntnis zum Freilichtmuseum in Beuren und als Beweis dafür, dass man mit dem Aufbau von Haus Öschelbronn und der Errichtung eines neuen Eingangsgebäudes wichtige und richtige Investitionen getätigt habe. Das Museum ist durch seine idyllische Lage im Bioshärengebiebt ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt in der Region.

Zum ersten Mal richtete Hans Weil, der ehemalige Köngener Bürgermeister und neue Vorsitzendes des Fördervereins, das Wort an die ehrenamtlich aktiven Mitglieder. Seit jeher fühlt er sich dem Museum am Standort Beuren verbunden. Den Erfolg des Museums führt er auf die Heimatverbundenheit und die Sehnsucht der Menschen nach Bleibendem in einer sich rasant verändernden Welt zurück. Mit der neugestalteten Homepage und dem Email-Newsletter „Post von Helene“, möchte er die aktiven und passiven Mitglieder noch aktueller und zielgerichteter informieren.  Ein besonderer Dank ging in diesem Zusammenhang an Vorstandsmitglied Hubert Renz, der die Homepage pflegt und für die Aktualität der Beiträge Sorge trägt.

Nach den beiden Grußworten stand zunächst das leibliche Wohl auf dem Programm. Zu Kartoffelsalat und Maultaschen gab es Klänge der schwäbischen Gruppe „Spundlochmusik“.  Unter dem Titel „Mit Engagement zum Erfolg“ präsentierte die Museumsleiterin Steffi Cornelius anschließend einen Rückblick auf die Saison 2016 und einen Ausblick auf einige im Jahr 2017 geplante Aktivitäten. Es wurde deutlich, wie umfangreich und vielfältig das Freilichtmuseum sich bei über 100 Veranstaltungen im Jahr darstellt.  Mit einer eigenen Museums App, WLAN im Eingangsbereich, dem neugestalteten Infosystem und der Überarbeitung des Audioguides konnte sie aufzeigen, dass das Museum zeitgemäße Formen zur Vermittlung der Museumsinhalte parat hält. Die Ausstellung „Typisch schwäbisch“ beschrieb sie als wichtigen Beitrag zum Erhalt des schwäbischen Dialekts. Vergangenes bleibt so lebendig und begreifbar. Überhaupt ist das Museum auf der Höhe der Zeit, was bspw. der neue Weg zwischen Albdorf und Neckarland und die damit verbundene Barrierefreiheit zeigen. Neu und wegweisend ist auch Familienferienprogramm mit 40 zusätzlichen Veranstaltungen, die auch unter Mithilfe der Ehrenamtlichen realisiert werden konnten. Künftig findet das Oldtimertreffen nur noch alle zwei Jahre statt. Dafür wird derzeit intensiv an einem neuen Schwerpunkt des Museums gearbeitet: Der Ausbau zum „Genuss- und Erlebniszentrum für alte Sorten“ wurde bei mehreren Veranstaltungen, an denen auch Mitglieder des Vorstand des Fördervereins teilnahmen, diskutiert und konkretisiert.

An zahlreichen Stellen ist es mit Hilfe des Fördervereins gelungen das Museum noch attraktiver und vielfältiger zu machen. So konnte der Förderverein zum Beispiel durch eine Spende der Familie Schüle eine Erlebnisbrücke auf dem Naturspielplatz aufbauen lassen und ein neuer Baum auf dem Gelände der Gartenwirtschaft gepflanzt werden. Ebenso wird das alte Schreinerhandwerk einmal im Monat wiederbelebt. Am 21. Museumfest waren über 100ehrenamtliche Fördervereinsmitglieder im Einsatz, mit einer Gruppe von Volunteers hatte Vorstandsmitglied Inge Hafner diesmal ein Glücksmomente-Programm zusammengestellt, das sich großer Beliebtheit erfreute.

Mit einem Ausblick auf die neue Saison, die am 1. April 2017 beginnt, schloss Frau Cornelius ihren Bericht ab. Es wird wiederum ein Jahr mit vielen Aktionen geben. Darunter ein neues museumspädagogische Programm „Kühe machen Mühe“, eine Ausstellung zur Förderung der Landwirtschaft unter König Wilhelm I. und ein Aktionswochenende zum Thema „Faszination Handwerk“ im September 2017.

Alle Reden und Berichte würdigten das ehrenamtliche Engagement der Fördervereinsmitglieder ausdrücklich. Beim anschließenden gemütlichen Miteinander wurde bei den Klängen der Spundlochmusiker mit Sicherheit noch der eine oder andere persönliche Eindruck aus der vergangenen Museumssaison ausgetauscht.

 

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