Die Würze der Alb
Geschmacksvielfalt im Doppelpack
Die Wiese auf dem Teller – Löwenzahn sorgte für die ersten VitamineDie Wiesen der Alb lieferten früher den Dorfbewohnern viel Essbares. Zugleich dienten sie auch als Apotheke. Denn Kräuter waren auf dem Land oft die einzige Medizin, und die Kenntnis um ihre Heilwirkung brachte Erleichterung und konnte sogar Leben retten. Die Würze der Alb steht deshalb im Mittelpunkt zweier Veranstaltungen am Sonntag, den 26. April. „Historische Heil- und Würzpflanzen von der Alb“ ist das Thema des Rundgangs von Kulturwissenschaftlerin Felicitas Wehnert um 13.00 Uhr. Im Anschluss um 14.00 Uhr und nochmals um 15.00 Uhr präsentiert Gewürz-Sommelière Susanne Erb-Weber einige Beispiele für die „Geschmacksvielfalt von der Schwäbischen Alb“ und kocht unter anderem mit Wacholder, Safran und Koriander.
Vor allem im Frühjahr entpuppen sich die Albwiesen als gedeckter Tisch mit Wildpflanzen und Heilkräutern. Denn die meisten Pflanzen sind nicht nur schön, man kann sie auch essen, bis auf wenige – giftige – Ausnahmen. Etliche sind nicht nur Nahrungsergänzung, sondern - in Maßen verwandt – auch Medizin. Viel Wissen ist freilich verloren gegangen. Etliche Gewächse sind auch aus der Mode gekommen, von anderen kulinarischen Einwanderern wie dem Spinat etwa verdrängt worden, oder sind nur noch bei Kräuter-Hardlinern und Unerschrockenen gefragt.
Brennnesseln als Gemüse oder Tee zubereitet entwässertDie Brennnessel etwa sorgte einst zusammen mit Löwenzahn für die ersten Vitamine im Frühjahr. Fein gedünstet als Gemüse wirken die Blätter zudem entwässernd und blutreinigend. Die zarten Brennnesselspitzen wurden als Tee aufgegossen, die Knospen des Löwenzahns dienten in Essig eingelegt als Kapernersatz, die zarten Blätter wurden als Salat aufgetischt. Die Melden waren einst in jedem Hausgarten und konnten den Sommer über als Gemüse verarbeitet werden, bis sie der feinere Spinat in Vergessenheit geraten ließ. Andere Gewächse wurden wiederentdeckt, wie etwa der für die Alb so typische Dost, der wilder Majoran, der so wunderbar zur Lammkeule passt. Oder der Muckefuck, aus der Zichorien-Wurzel, der einst als Kaffee-Ersatz diente. Die zerkauten Blätter der Schafgarbe desinfizierten Wunden, und die des Spitzwegerichs linderten den Juckreiz der Insektenstiche. Der vom ehrenamtlichen Garten-Team des Fördervereins gepflegte Kräutergarten beim Wohn-Stall-Haus aus Beuren gibt einen Einblick in die Kräutervielfalt und ist eine der Stationen des würzigen Rundgangs.
„Historische Heil- und Würzpflanzen von der Alb“, ein Rundgang mit der Kulturwissenschaftlerin Felicitas Wehnert am Sonntag, den 26. April um 13.00 Uhr. Treffpunkt: Öschelbronner Platz
„Wacholder, Safran, Koriander – Geschmacksvielfalt von der Schwäbischen Alb“, Präsentation und Verkostung mit der Gewürz-Sommelière Susanne Erb-Weber am Sonntag, 26. April um 14.00 Uhr & 15.00 Uhr im EGZ.
Text: Felicitas Wehnert; Fotos: Manfred Schäffler
Inhalte Post von Helene
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